Bericht zum vergangenen Treffen

18. Februar 2017 in Neuwied

Das Treffen war auch diesmal sehr gut besucht.

Schon in der Zeit vor dem regulären Beginn konnten wieder eine ganze Reihe hervorragender Exponate begutachtet werden, die zur Ansicht oder zum Verkauf ausgelegt waren. Oleg hatte eine Auswahl an Kabuto und Mempo mitgebracht, die an die Thematik vergangener Treffen anknüpften.
Bei den Klingen gab es u.a. drei Wakizashi:

Pünktlich eröffnete Joachim dann den offiziellen Teil des Treffens und begrüßte namentlich unser in den USA lebendes Mitglied Markus Sesko, der eine Reise nach Europa mit dem Besuch unseres Treffens verbunden hatte. Dabei wies Joachim darauf hin, dass der mit Girlanden und Luftballons ausstaffierte Raum nicht zu Ehren von Markus geschmückt war, sondern den karnevalistischen Ritualen der Region Rechnung trug.
Es folgten Club-interne Angelegenheiten, die teils heftig diskutiert wurden.

Schließlich ging es in dem bunten Ambiente in die erste Runde. Die ausliegenden Klingen sollten speziell auf utsuri hin betrachtet werden. Dazu gab es Beispiele von:

Alle Klingen wiesen ein mehr oder weniger deutliches utsuri auf, deren Betrachtung vom richtigen Winkel und Lichteinfall abhing. Deshalb waren auch die Leuchtkörper deutlich abgedimmt.

In der anschließenden Diskussion faßte Ruslan zunächst die verschiedenen Typen von utsuri zusammen. Dieter wies darauf hin, dass die Übersetzung von utsuri mit “Reflexion” wörtlich zu nehmen ist, also eine Lichtreflexion auf der Klingenoberfläche und nicht etwa ein Spiegelbild des hamon darstellt, obwohl dies häufig so scheint.

Erneut zeigte sich, dass die Herstellungsweise weitestgehend unbekannt ist. Einigkeit bestand nur darin, dass utsuri während des Härteprozesses der Klinge auftritt und einem bestimmten Zweck, nämlich der Härtung dieser Klingenbereiche dient. Wie genau jedoch die Schmiede dazu verfahren, blieb dann reine Spekulation. Die Teilnehmer äußerten hierzu verschiedene Theorien und Gedankenansätze, doch selbst die hinzugezogene Fachliteratur blieb dahingehend nur vage. Somit lautete das Fazit: “Needs further research”.

Mit dieser Erkenntnis ging es in die zweite Runde, bei der weitere fünf Klingen mit utsuri gezeigt wurden:

Mit der Nachbesprechung dieser Klingen ging der fließende Übergang in das fakultative Abendessen einher.

Markus war übrigens den Nachmittag über immer wieder gefragt, wenn es um seine Meinung oder eine ad-hoc-Übersetzung von japanischen Texten und Inschriften ging. Dafür ein dickes “Dankeschön” und wir hoffen, ihn auch in Zukunft mal wieder vor Ort begrüßen zu können.

Abschließend gilt der Dank ebenfalls allen Mitgliedern und vor allem auch den Gästen, die Anschauungsmaterial zur Verfügung gestellt hatten.





* Die mit Sternchen gekennzeichneten Klingen sind in unseren Publikationen abgebildet und beschrieben.


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