Bericht zum vergangenen Treffen

7. Oktober 2017 in Neuwied

Unser gut besuchtes Treffen begann wie üblich mit der Begutachtung von zum Verkauf ausgelegten Stücken, hauptsächlich Schwerter, Tsuba und Fachliteratur.

Pünktlich um 14.00 Uhr eröffnete Joachim den offiziellen Teil. Nach Klärung von club-interenen Belangen empfahl er besonders den Besuch des neu eröffneten Samurai-Art-Museums in Berlin, welches er selber vor kurzem besucht hatte. Der Sammler Peter Janssen hat seine hervorragenden Stücke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und besonders für die Freunde von Rüstungen und Helmen ist die Adresse ein Muss. Ein Link zur Webseite des Museums findet sich hier.

Als Thema für den Studienteil unserer Sitzung war Bizen gewählt worden. In der ersten Runde lagen ausschließlich Koto-Klingen aus, in der zweiten zusätzlich Klingen aus Shin-Shinto.

Zunächst gab es folgende Klingen zu sehen:

Dieter ordnete die Klingen zeitlich ein und und erläuterte sie hinsichtlich Aufbau und Form. So wies er darauf hin, dass die erste Klinge wohl eine Auftragsarbeit für einen Hofadeligen sein musste, die eher repräsentative Zwecken diente und in deutlichem Kontrast zu den späteren, für den Kampf gedachten Klingen steht. Er betont auch, wie wichtig das niku, die Oberflächenkrümmung, für die zeitliche Bestimmung ist. Dasselbe gilt für den Winkel des shinogi-ji: Frühen Klinge weisen eine deutliche Verjüngung zum mune hin auf, bei späteren Klingen ist der Unterschied zwischen shinogi-kasane und Rückenbreite nicht mehr so auffällig. Diese erwähnten Aspekte ließen sich bei den ersten vier Klingen deutlich nachweisen.

Die drei Dolche entstammten alle der Muromachi-Zeit. Die Gemeinschaftsarbeit von Yukimitsu und Sukesada in moro-ha-zukuri wies eine hervorragende Qualität auf - ein typisches Beispiel für eine auf Bestellung gefertigte Klinge (s. Bild rechts unten). Die anderen beiden waren eher als Gebrauchsklingen zu bezeichnen, wobei die letzte eine erstaunliche Dicke aufwies, die an Shin-Shinto gemahnte; jedoch ist sie einfach nur perfekt erhalten!

Im zweiten Durchgang lagen aus:

Die Miike-Klinge passte nicht direkt zum Thema, wies aber ein dichtes hada und utsuri auf und sollte den Betrachter auf die falsche Fährte locken. Interessant war ein Vergleich der Shin-Shinto-Arbeiten, da die Schmiede den Bizen-den ganz unterschiedlich interpretierten. Dabei brillierte besonders der Tsunatoshi-Wakizashi mit einem perfekt gehärteten hamon.

Dieter und Andreas teilten sich diesmal die Ausführungen zu den Klingen.

Das gemeinsame Abendessen beschloss das Treffen.

Wie üblich vielen Dank an alle, die Klingen zur Verfügung gestellt hatten und besonders an Dieter, der sich in seinen Ausführungen als kompetenter Fachmann zeigte.





* Die mit Sternchen gekennzeichneten Klingen sind in unseren Publikationen abgebildet und beschrieben.


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